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By Susanne Offen

Wie verhandeln Jugendliche in alltäglichen Lebenszusammenhängen das Verhältnis von Geschlecht und sexueller Orientierung? Unter dieser zentralen Fragestellung werden in der Studie empirische Ergebnisse vorgestellt, die Gender/Queer reports, bildungswissenschaftliche Perspektiven und politische Bildungspraxis verbinden. Die examine der Mikropolitiken adoleszenter Zugehörigkeitsarbeit entlang der Achsen Geschlecht und sexuelle Orientierung wird dabei als grundlegend für die Weiterentwicklung von Professionalität in einer teilhabeorientierten geschlechtersensiblen politischen Bildung ausbuchstabiert.

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Die Gruppe wurde hier allerdings eher genutzt, um der Expression von Einzelmeinungen einen alltagsnahen Rahmen zu ermöglichen. Etwas später ¿ndet sich mit der Arbeit von Mangold (1960) eine ausführliche Darstellung zum kommunikativen Geschehen in Gruppen und den Möglichkeiten, im Rahmen von Gruppendiskussionen Wechselbeziehungen zwischen individuellen und kollektiven Meinungen, auch im Sinne informeller Gruppenmeinungen und der darauf einwirkenden Gruppenprozesse zu analysieren. Dabei wird „die Gruppenmeinung“ zum zentralen Untersuchungsgegenstand – und die Frage virulent, ob diese durch die Wirkung äußerer sozialer Normen auf die Gruppe im Prozess der Diskussion erst entsteht oder ob in der Diskussion quasi auf eine bereits verfügbare über die konkrete Gruppe hinausgehende von den einzelnen als VertreterBinnen einer übergeordneten Kollektivität geteilten Gruppenmeinung rekurriert wird (Wohlrab-Sahr/ Przyborski 2010: 104).

Diese Notwendigkeit sollte jedoch als Angebot zu verstehen sein, das angenommen, aber auch zurück gewiesen werden konnte. Im Interviewverlauf wurde diese Möglichkeit entsprechend von den Gruppen auch sehr unterschiedlich genutzt. Von der Möglichkeit des Nachsteuerns des Gesprächsverlaufes durch die Interviewerin wurde auf der Basis des Angebotscharakters also auch nur vorsichtig Gebrauch gemacht. 24 Selbstläu¿ge Diskussionsphasen wurden jedoch nicht unterbrochen; und auch die Hartnäckigkeit der Nachfragen blieb sehr begrenzt, um den Angebotscharakter des Gespräches zu wahren.

Vielmehr erlaubt die Untersuchung der Diskussion in der Gruppe, wenn diese denn sinnvoll zusammengesetzt und ausgewählt ist, seiner Beschreibung nach einen Einblick in die „Artikulation und Repräsentation (…) kollektiver Erlebnisschichtung“ (Bohnsack 2000: 378, nach Wohlrab-Sahr/ Przyborski 2010: 105). Im Rahmen der im Anschluss an Bohnsack ausgearbeiteten Ansätze wird die Organisation der Diskussionen in den Gruppen besonders in den Blick genommen, um über die schnell fassbaren Äußerungen hinaus dem impliziten handlungsleitenden Wissen auf die Spur zu kommen und Rückschlüsse auf die gemeinsamen Orientierungsreferenzen der GruppenteilnehmerBinnen ziehen zu können.

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